Piercings im Überblick

Hier findet Ihr eine Zusammenstellung der wichtigsten Piercings im Überblick, sowie Tipps zum Thema Abheilung und der richtigen Pflege!

 

Ampallang

Ein Intimpiercing welches horizontal durch die Eichel gestochen wird, entweder direkt durch die Harnröhre oder über diese. Die Variante durch die Harnröhre ist empfehlenswert, da das Eigenurin bei der Pflege/Reinigung unterstützend wirkt und zwei kurze Stichkanäle (getrennt durch die Harnröhre) schneller ausheilen als ein langer Stichkanal. Sexuell reizvoll, aber nicht ganz ungefährlich.
Dieses Piercing ist kein Einsteigerpiercing und setzt beim Kunden und Piercer viel Erfahrung voraus. Als Erstschmuck wird ein sehr langer Stab eingesetzt, da mit grösseren Schwellungen zu rechnen ist. Bei diesem Piercing ist mit Nachblutungen in den ersten paar Tagen zu rechnen, da dieses Piercing durch stark durchblutetes Gewebe gestochen wird. Während der Heilzeit sollte die Vorhaut sofern vorhanden zurückgezogen bleiben, der Heilungsprozeß verläuft so schneller.
Der Ursprung des Ampallang liegt in Indonesien.

Hier sei auch erwähnt, dass nach Aussage vieler Frauen diesem Piercing die meiste Lust abzugewinnen ist.

Abheilung: 6-8 Monate

Anti-Tragus

Das Anti-Tragus Piercing wird direkt gegenüber vom Tragus in die untere Knorpelfalte, die direkt über dem Ohrläppchen sitzt, gesetzt.

Abheilung: 3-6 Monate (beim gestochenen und 2-4 Wochen beim Punchen)

Apadravya

Der Apadravya wird vertikal (üblicherweise schräg nach vorne) durch die Eichel und Harnröhre gestochen. Im wesentlichen ist der Apadravya eine Kombination von Prinz Albert und umgekehrtem Prinz Albert Piercing. Wie der Ampallang gehört auch er zu den fortgeschritteneren Intimpiercings beim Mann, die vom Träger und Piercer viel Erfahrung und Sorgfalt verlangen. Wie beim Ampallang wird auch hier ein langer Stab eingesetzt, da auch hier mit grösseren Schwellungen zu rechnen ist und ebenso sind Nachblutungen in der Anfangsphase nichts ungewöhnliches.

Abheilung: 5-7 Monate

Ampallang
Anti-Tragus
Apadravya
Austin Bar
Bauchnabel-Piercing
Bridge-Piercing
Brustwarzen-Piercing
Cheek-Piercing
Christina-Piercing
Daith-Piercing
Dydoe
Augenbrauen-Piercing
Fourchette
Frenum
Guiche-Piercing
Hafada-Piercing
Helix
Industrial
Inner Conch
Innere Schamlippen
Klitoris Vorhaut Horiz.
Klitoris-Piercing
Klitoris Vorhaut Vert.
Labret-Piercing
Labret vertikal
Lippenband-Piercing
Lobe
Madonna-Piercing
Medusa-Piercing
Microdermal
Nostril-Piercing
Oberflächenpiercings
Orbital
äussere Ohrmuschel
äussere Schamlippen
Prinz Albert
Princess Albertina
Pubic-Piercing
Rook-Piercing
Septum-Piercing
Tragus-Piercing
Triangle-Piercing
Umgekehrter PA
Vorhaut-Piercing
Zungen-Piercing


Austin Bar

Das Austin Bar Piercing wurde nach dem ersten Träger benannt. Es ist ein horizontales Piercing durch die Nasenspitze. Das Austin Bar Piercing geht nicht durch das Septum oder Innenräume der Nase.

Abheilung: 2-3 Monate

Bauchnabel-Piercing

Das Bauchnabelpiercing ist eines der häufigsten aber auch eines der Piercings, die am längsten zum Abheilen benötigen. Durch die Lage in der Körpermitte ist dieses Piercing vielen äusserlichen Reizen wie Reibung, Druck und Spannungen nonstop ausgesetzt, was wiederum die Wundheilung stark beeinträchtigt und verlangsamt. Dieses Piercing kann im Prinzip radial um die Nabelöffnung gestochen werden, meist wird jedoch die obere Hautfalte gepierct. Der komplikationslose Heilungsverlauf dieses Piercings ist auch stark anatomieabhängig und es muß vom Piercer große Sorgfalt auf die richtige Plazierung des Piercings gelegt werden. Dieses Piercing verlangt vom Kunden intensive Pflege und sollte von ihm nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Abheilung: mindestens 3 bis 6 Monate

Bridge-Piercing

Das Bridge-Piercing (auch ERL genannt) wird am oberen Ende des Nasenrückens in die Hautfalte über dem Nasenbein zwischen den Augen angebracht. Dieses Piercing ist stark anatomieabhängig und nicht bei jedem zu empfehlen. Weiters ist es kein Piercing für Piercinganfänger, da Komplikationen in dieser Gegend schwerwiegende Folgen für den Kunden haben können. In dieser Körperregion verlaufen Hirnnerven und wenn sich dieses Piercing entzündet, kann sich die oberflächige Entzündung relativ rasch zu einer Nervenentzündung ausbreiten, was bei Hirnnerven gravierende Folgen haben kann. Deshalb sollte der Kunde schon etwas Piercingerfahrung für dieses Piercing haben um eventuelle Probleme schon rechtzeitig zu bemerken und richtig zu reagieren. Bei der Plazierung dieses Piercings muß darauf geachtet werden ,daß kein Druck auf den Ansatz des Nasenbeins ausgeübt wird, da sonst wichtige Nerven (Nervus Trigeminus) durch den Druck in Mitleidenschaft gezogen werden können.


Brustwarzen-Piercing

Das Brustwarzen-Piercing wird meist horizontal oder vertikal gestochen, kann jedoch beliebig ausgerichtet sein. Das Brustwarzenpiercing (meist bei Männern) wird auch gerne gedehnt und entgegen der oft geäusserten Befürchtung führt ein komplikationslos verheiltes Brustwarzen-Piercing bei der Frau nicht dazu, dass sie später kein Kind mehr stillen kann. Wie bei den meisten Piercings ist auch hier die richtige Plazierung sehr wichtig.

Abheilung: 2-6 Monate

Cheek-Piercing

Das Cheek Piercing wird seitlich des Mundes in die Wange gestochen, oft an der Stelle wo die gepiercte Person ein Grübchen hat. Dieses Piercing verlangt viel Erfahrung vom Piercing um nicht wichtige Arterien und Nerven in der Wange zu verletzen und es muß grossen Wert auf die richtige Plazierung gelegt werden. Dieses Piercing kann sehr stark und sehr lange anschwellen, deshalb muß beim Schmuck für den Ersteinsatz diese Schwellung berücksichtigt werden.

Abheilung: mindestens 6 bis 8 Wochen

Christina-Piercing

Das Christina Piercing ist mehr oder weniger ein Oberflächenpiercing und verheilt dementsprechend schlecht und langsam. Es ist nicht bei jeder Frau aus anatomischen Gründen durchführbar. Die Plazierung erfolgt von der Falte, die die äusseren Schamlippen am oberen Ende bilden bis zum Schamhügel. Dieses Piercing hat beim Sex keinerlei Funktion, es kann sogar unangenehm für die Frau sein, wenn darauf Druck ausgeübt wird (passiert auch beim Tragen von engen Hosen), ausserdem erschwert dieses Piercing die Intimrasur.

Abheilung: mindestens 2 bis 3 Monate

Daith-Piercing

Das Daith Piercing wird durch die Knorpelbrücke im Inneren der Ohrmuschel gestochen. Das Piercing an sich ist nicht leicht zu stechen, sollte aber für einen erfahrenen Piercer kein Problem darstellen.

Dieses Piercing gehört zu den schmerzhafteren Knorpelpiercings und die Heilungsphase ist auch etwas länger als bei anderen Knorpelpiercings

Abheilung: mindestens 3 bis 4 Monate

Dydoe

Das Dydoe Piercing wird in den Wulst des Eichelrandes gestochen. Dieses Piercing wird meistens bei beschnittenen Männern gesetzt, aber auch unbeschnittene haben die Möglichkeit es zu tragen. Es kann allerdings bei einer eng anliegenden Vorhaut gerade beim Heilungsprozess zu Problemen kommen.

Der Dydoe ist im männlichen Intimbereich wohl das schmerzhafteste Piercing. Ganz einfach deshalb weil genau am Eichelrand die meisten Nervenenden liegen. Dieses Piercing wird meistens paarweise gestochen und nicht bei jedem Mann möglich. Dydoes dauern sehr lang zum Abheilen und neigen auch häufig zum Auswachsen.

Abheilung: bis zu 6 Monaten

Augenbrauen-Piercing

Das Piercing der Augenbraue kann entlang der gesamten Augenbraue horizontal oder vertikal plaziert werden. Dieses Piercing kann zum Auswachsen neigen (v.a. im inneren Bereich der Augenbrauen). Während der Abheilungsphase sollten wie bei allen Gesichtspiercings keinerlei Kosmetikprodukte in der Nähe des Piercings verwendet werden.

Abheilung: ca. 4 bis 8 Wochen

Fourchette

Ein Fourchette Piercing ist ein eher seltenes Piercing bei der Frau, es wird dort plaziert, wo die inneren Schamlippen am unteren Ende zusammentreffen. Dieses Piercing ist nicht bei jeder Frau durchführbar.

Abheilung: 4 bis 6 Wochen

Frenum

Ein sehr beliebtes Intimpiercing bei Männern. Es wird etwas unterhalb des Vorhautbändchens gestochen um ein evtl. ausreißen des dünnen Bändchens zu vermeiden. Das durchstechen der dünnen Haut ist sehr unkompliziert und heilt sehr schnell ab. Es ist als Intimpiercing für Einsteiger sehr zu empfehlen.

Abheilung: 2-4 Wochen

Guiche-Piercing

Das Guiche Piercing wird durch die Raphe, die Naht zwischen Hodensack und After gestochen. Radfahren bzw. auch sitzen können während der Heilungsphase sehr unangenehm sein und zu Komplikationen führen. Dieses Piercing wird sehr häufig gedehnt und mit Gewichten geschmückt, da durch den Zug der Gewichte eine weitere Stimulation stattfindet.

Abheilung: 3 bis 6 Monate

Hafada-Piercing

Das Hafada Piercing (auch Scrotal-Piercing) ist ein Intimpiercing des männlichen Hodensacks. Die Ausheilung ist teilweise langwierig, da das Piercing an dieser Stelle kaum zur Ruhe kommt. Dieses Piercing eignet sich gut zum Dehnen.

Abheilung: 6-8 Wochen

Helix

Das Helix-Piercing wird durch den äusseren Knorpelrand des Ohrs gestochen. Es wird praktisch vom "normalen" Ohrloch bis oben herum zu der Stelle gestochen, wo der Knorpelrand zur Brücke (Daith-Piercing) wird.

Dieses Piercing ist sehr weitverbreitet und wird auch oft unterschätzt - Knorpelgewebe hat keine eigene Blutversorgung und daher eine sehr verzögerte Wundheilung und ist sehr pflegeintensiv. Als Erstschmuck sind Stäbe besser geeignet, da sie weniger Druck verursachen.

Abheilung: 3-6 Monate

Industrial

Unter einem Industrial versteht man 2 Piercings, die durch einen Stab miteinander verbunden sind. Am geläufigsten ist wohl das Helix to Helix Industrial aber soweit es die Anatomie des Ohres zulässt sind auch andere Kombinationen möglich, wie z.B. Conch to Conch Industrial, Helix to Conch Industrial oder Tragus to Conch Industrial. Beim Stechen eines Industrials ist v.a. auf die korrekte Plazierung der Piercings grosser Wert zu legen, da durch die starre Verbindung der beiden Piercings so gut wie keinerlei Spannungsausgleich im Ohr mehr stattfinden kann. Dieses Piercing ist nicht bei Jedem möglich, da es stark anatomieabhängig ist.

Abheilung: 3-6 Monate

 

Inner Conch

Dieses Piercing wird in die innere Ohrmuschel gestochen.

Wie bei allen Knorpelpiercings gibt es auch beim piercen der Ohrmuschel die Möglichkeit des "Punchens". Dieses Piercing heilt im Vergleich zu vielen anderen Knorpelpiercings recht gut ab, ist aber genuso pflegeintensiv.

Abheilung: 3-6 Monate (gepierced) 2-4 Wochen (gepunched)

Innere Schamlippen

Das Piercen der inneren Schamlippen ist recht schmerzlos und diese Piercings verheilen recht schnell und unkompliziert. Dieses Piercing ist (wie viele Intimpiercings bei Frauen) stark von der persönliche Anatomie abhängig und daher nicht bei jeder Frau machbar. Die inneren Schamlippen werden meistens paarweise gepierct und soweit es die anatomischen Verhältnisse zulassen kann man die inneren Schamlippen auch mehrfach piercen lassen. Diese Piercings passen sehr gut zu Klitorisvorhautpiercings(horizontal und/oder vertikal) und man kann sie auch gut mit äusseren Schamlippenpiercings kombinieren.

Abheilung: 2 bis 3 Wochen

Klitoris Vorhaut Horiz.

Dieses Piercing wird horizontal durch die Klitorisvorhaut gestochen. Als Schmuck wird ein kleiner BCR eingesetzt, der so gewählt werden sollte, dass die Kugel direkt auf der Klitoris liegt. Anatomische Voraussetzungen für dieses Piercing ist eine ausreichend grosse Klitorisvorhaut. Dieses Piercing kann auch mehrfach ausgeführt und mit einem vertikalem Klitorisvorhautpiercing kombiniert werden.

Abheilung: ca. 2 bis 3 Wochen

Klitoris-Piercing

Wenn von einem Klitorispiercing gesprochen wird, ist meistens ein Piercing durch die Klitoris-Vorhaut gemeint.
Um ein Piercing durch die Klitoris durchführen zu können, sind bestimmte anatomische Vorausetzungen notwendig, die selten anzutreffen sind. Die Klitoris muß eine bestimmte Grösse besitzen und die bedeckende Klitorisvorhaut muss flexibel genug sein um die Klitoris ohne Spannungen freilegen zu können. Dieses Piercing ist sehr schmerzhaft, heilt aber schnell ab. Die Plazierung kann horizontal oder vertikal erfolgen. Es kann zu einer Desensibilisierung und Überreizung kommen, die für viele Frauen unangenehm ist.

Abheilung: ca. 4 Wochen

Klitoris Vorhaut Vert.

Dieses Piercing wird vertikal durch die Klitorisvorhaut gestochen. Der Schmuck übt bei dieser Variante durch den direkten Kontakt zur Klitoris einen intensiven Reiz aus. Hier sollte die Schmucklänge so gewählt werden, daß die untere Kugel auf der Klitoris aufliegt (dadurch ist sie manchmal nicht sichtbar). Dieses Piercing kann auch gut mit einem horizontale Klitorisvorhautpiercing kombiniert werden.

Abheilung: ca. 4 Wochen

Labret-Piercing

Das Labret Piercing wird (meistens in der Mitte) unterhalb der Unterlippe gestochen. Dieses Piercing neigt zum Anschwellen und deshalb sollte ein ausreichend langer Stab am Beginn eingesetzt werden. Nach Abschwellung der Lippe muß ein kürzerer Stab eingesetzt werden um unnötige Reibung an den Zähnen und am Zahnfleisch zu vermeiden.

Abheilung: ca. 4 Wochen

Labret vertikal

Ein vertikales Labret Piercing fängt unterhalb der Lippe an und endet in der Mitte der Lippe (im Lippenrot). Vorteil dieses Piercings ist der Umstand, daß man keine Platte wie beim normalen Labret im Mundinnenbereich hat, die eventuell störend sein könnte. Dieses Piercing schwillt genauso wie ein Labret Peircing an und deshalb sollte auch hier ein Stab von ausreichender Länge eingesetzt werden

Abheilung: 4 bis 8 Wochen

Lippenband-Piercing

Mit dem Lippenbandpiercing ist meist das obere Lippenband gemeint (Mitte, Innenseite der Oberlippe). Das Lippenband ist sehr dünn, aber stabil. Daher ist das Piercing schnell verheilt und lässt sich problemlos tragen. Allerdings kann unter Umständen eine Reizung (Beschädigung) der Zähne und/oder des Zahnfleisches auftreten. Um diese Reizung zu minimieren, gibt es speziell an einer Seite abgeflachte Kugeln (Artikelcode=XCF). Das Lippenbandpiercing ist nicht bei allen Leuten machber, da bei vielen das Lippenband eingerissen, zurückgeschnitten wurde oder aus anderen Gründen zu kurz ist.

Abheilung: 1-2 Wochen

Lobe

Das Lobe-Piercing - oder auch "Ohrloch" im Volksmund genannt - ist das wohl am meisten verbreitete Piercing. Vom Schiessen mit Ohrlochpistolen ist dringend abzuraten - man soll sich dieses Piercing wie jedes andere auch nur von einem Piercer stechen lassen. Die Abheilung ist sehr unkompliziert und schnell und nachdem es verheilt ist, eignet es sich gut zum Aufdehnen wobei das Dehnen sehr langsam und vorsichtig erfolgen soll.

Abheilung: 3 bis 5 Wochen

Madonna-Piercing

Das Madonna (oder auch chrome crawford)) Piercing ist vom Prinzip her ein Labret Piercing an der Stelle an der einige Stars (z.B. Madonna) einen Schönheitsfleck (Muttermal) haben. Die Plazierung erfolgt links oder rechts an der Oberlippe. Es schwillt etwas mehr und länger an als ein normales Labret piercing, da dieses Piercing durch Muskelgewebe gestochen wird und durch die Muskelkontraktionen der Stichkanal mehr gereizt wird.

Abheilung: ca 4 - 8 Wochen

Medusa-Piercing

Das Medusa Piercing wird in der Mitte oberhalb des Mundes gestochen und ist damit eine weitere Variation des Labret Piercings. Es ist schmerzhafter als ein Labret oder Madonna Piercing, da an dieser Stelle noch Nerven vom Septum auslaufen. Auch hier sollte nach der Abschwellung ein kürzerer Stab eingesetzt werden.

Abheilung: ca. 4 bis 6 Wochen

Microdermal

Ein Microdermal - oder auch Dermal Anchor - gehört in die Gruppe der Single Point Piercings (Piercings welche nicht durch einen Stichkanal an zwei Enden austreten sondern nur an einem Ende aus der Haut ragen). Im wesentlichen vereinen sich die Technik und Eigenschaften des Pocketing mit dem der Transdermal Implants.
Der in der ersten Zeit der Entwicklung genutzte Schmuck sah in etwa so aus wie ein Nasenstecker, dessen Ende zu einer Schlaufe gebogen und so in die Haut eingesetzt wurde um dort zu verwachsen und sich zu „verankern“ (daher der Name Dermal Anchor). Seit 2006 gibt es speziell für diese Piercingart gefertigten Schmuck die so genannten Microdermals (einige Hersteller verkaufen diese auch unter anderem Namen).
Das Piercen und Einsetzen, sowie der Eingriff, welcher notwendig ist um den Schmuck wieder zu entfernen, ist zwar nicht einfach aber doch recht minimal invasiv.
Die Risiken eines Dermal Anchors sind neben der unsachgemäßen Platzierung (zu tiefes oder falsches Setzen) auch Abstoßreaktionen des Körpers oder die Gefahr einer sich einkapselnden Infektion.
Gegen letzteres ist selbst ein verheilter Dermal Anchor nicht gefeit, da die gebildete Hauttasche nach außen offen ein ideales Klima und geschütztes Plätzchen für Keime bieten kann. Sorgfältige Hygiene beim Umgang mit dem Dermal Anchor sind also extrem wichtig!
Ein weiteres Risiko ist das Hängen bleiben, gerade bei größeren oder aufwendigeren Schraubaufsätzen (diese können gewechselt werden) steigt dieses Risiko.
Das Setzen der Dermal Anchor kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen und ist neben der Vorliebe und besten Arbeitsweise des Piercers auch von der Position am Körper, der Hautspannung und Art der Haut abhängig. Wir zeigen hier (links) schematisch die beiden gängigsten Methoden, das Einbringen mit der Nadel (Needle Blade) und das Punchen (Dermal Punch).
Als Kunde braucht man weder das Eine, noch das Andere zu fürchten oder bevorzugen; beide Methoden sind vom „Schmerz“ her gleich. Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass es noch eine dritte Methode gibt, das setzen mit dem Skalpell. Je nach den Fähigkeiten und Vorlieben des Piercers, kommt diese Methode zum Einsatz, im Wesentlichen lässt sie sich aber vergleichen mit dem Einbringen des Schmucks per Nadel, da auch hier, im Unterschied zum Punchen, kein Gewebe entfernt wird.
Der eingesetzte Schmuck (Microdermal) heilt in der Regel schnell und ohne Probleme ab, es sei denn man bleibt hängen - das sollte man unbedingt verhindern!
Ein Wechsel des Aufsatzes sollte erst am verheilten Dermal Anchor vorgenommen werden und die Stelle sollte so gut es geht vor Dreck und Flüssigkeiten geschützt werden (bei Handwerklicher Tätigkeit oder ähnlichem am besten Abkleben oder durch Tape schützen).

Abheilung: 4-6 Wochen Oberfläche
2-4 Monate Ausbildung der Hauttasche

                   Skizze vom Microdermal

 

Nostril-Piercing

Das Nasen(wand)piercing ist das am weitesten verbreitete "Nasenpiercing". Auf keinen Fall sollte dieses Piercing mit einer Ohrlochpistole geschossen werden! Die Plazierung erfolgt entlang es Nasenbogens.

Abheilung: ca. 4 Wochen

Oberflächenpiercings

Bei Oberflächenpiercings handelt es sich um Piercings, die an Stellen gestochen werden ,die nicht in die Kategorie der Standardpiercings gehören. Klassische Stellen für Oberflächenpiercings sind: Hals (Madison), Brustbein (Sternum oder Cleavage), Handgelenk (Wrist), vertikale Bridge sowie eine klassische Intimpiercings wie Pubic und Christina. Der Heilungserfolg solcher Piercings ist sehr gering, die meisten dieser Piercings wachsen mit der Zeit heraus und hinterlassen Narben.

Abheilung: einige Monate

Orbital

Unter einem Orbital versteht man 2 Piercings, die durch einen Ring verbunden sind. Häufig werden Lobe Orbitals, Helix Orbitals gestochen, man kann aber auch z.B. Conch Orbitals tragen.

Abheilung: hängt von der Stelle ab, von 4 bis 6 Wochen bis zu mehreren Monaten.

äussere Ohrmuschel

Dieses Piercing wird in die äussere Ohrmuschel gestochen. Auch hier gibt es wie bei der inneren Ohrmuschel die Möglichkeit gleich dickeren Schmuck einzusetzen indem man puncht.

Abheilung: 3-6 Monate (gepierced) 2-4 Wochen (gepunched)

äussere Schamlippen

Die Plazierung von Piercings an den äusseren Schamlippen sollte so sein, daß der Ring die äussere Schamlippe umfasst. Diese Piercings sind bei allen Frauen machbar, die Heilung ist etwas langwieriger, da dauerhafte Reizung durch Kleidung und Bewegung ensteht.Die äusseren Schamlippen werden meistens paarweise gepierct

Abheilung: 6 bis 8 Wochen

Prinz Albert

Das Prinz Albert Piercing ist eines der unkompliziertesten männlichen Genitalpiercings. Es heilt schnell und ist relativ einfach in der Pflege. Das Prinz Albert Piercing läuft entlang der Harnröhre und tritt an der Unterseite beim Frenum(Vorhautbändchen) wieder aus. Es muß mit Nachblutungen gerechnet werden, die aber schnell wieder verschwunden sind. Dieses Piercing dehnt sich sehr schnell und leicht, sodaß man ohne Probleme dickere Ringe tragen kann. Ein Prinz Albert ist eine gute Vorstufe für einen Apadravya.

Abheilung: 2-4 Wochen

Princess Albertina

Dieses Piercing verläuft durch die weibliche Harnröhre und wird von vielen Frauen als sehr unangenehm empfunden. Es kann zu verstärkten Harnwegsinfekten führen, nachdem die weibliche Harnröhre ja ziemlich kurz ist.

Abheilung: 2 bis 3 Wochen

Pubic-Piercing

Das Pubic Piercing wird am Penisansatz gestochen und ist mehr oder weniger ein Oberflächenpiercing, was auch seine schwierige Abheilung erklärt. Dieses Piercing neigt zum Auswachsen und verheilt sehr langsam und schlecht.

Abheilung: mindestens 2 bis 3 Monate

Rook-Piercing

Das Rook-Piercing ist praktisch das Gegenteil vom Helix-Piercing. Es wird in der oberen Knorpel-Falte gestochen. Obwohl es harmlos aussieht und ja "am Ohr" ist ist das wahrscheinlich eines der schmerzhaftesten Piercings, da es durch sehr dichte Knorpelstruktur gestochen wird. Die Heilungszeit dieses Piercing ist etwas länger als bei anderen Knorpelpiercings und verlangt viel Sorgfalt.

Abheilung: 3 bis 4 Monate

Septum-Piercing

Das Septum-Piercing wird durch das Mischgewebe (Schleimhaut/ Knorpel) am unteren Ende der Nasenscheidewand gestochen. Dieses Piercing ist schwierig gerade zu plazieren, da so gut wie keine Nasenscheidewand gerade ist und dieser Makel ausgeglichen werden muß um ein gerade Septum Piercing zu erhalten. Die Nase ist nach dem Stechen sehr empfindlich.

Abheilung: 2-3 Monate

Tragus-Piercing

Das Tragus-Piercing wird durch den Knorpel gestochen der direkt vor dem Gehörgang sitzt. Dieses Piercing st weit verbreitet aber sollte auch nicht unterschätzt werden. Es sollte wie alle Knorpelpiercings nicht geschossen werden, da ansonsten der Knorpel gespalten werden könnte(neben den andere Nachteilen der Ohrlochpistole)

Abheilung: 3-6 Monate (gepierced) 2-4 Wochen (gepunched)

Triangle-Piercing

Ein Triangle Piercing sieht zwar ähnlich aus wie ein horizontales Klitorisvorhautpiercing aber es hat eine andere Plazierung. Während das horizontale Klitorisvorhautpiercing oberhalb der Klitoris verläuft, befindet sich der Stichkanal eines Triangle Piercings unterhalb der Klitoris. Dieses Piercing ist kein Anfängerpiercing und verlangt vom Piercer viel Erfahrung.

Abheilung: mindestens 4 bis 6 Wochen
 

Umgekehrter PA

Der umgekehrte Prinz Albert wird von der Harnröhre vertikal durch die Mitte der Oberseite der Eichel gestochen. dauert länger zum Abheilen als ein normaler Prinz Albert und ist kein Anfängerpiercing. Aus einem Prinz Albert und einem umgekehrten Prinz Albert kann man durch Verbinden mit einem Stab ein Apadravya Piercing machen.

Abheilung: 4-6 Monate

Vorhaut-Piercing

Das Piercen der männlichen Vorhaut ist recht unkompliziert und heilt auch ziemlich schnell und unkompliziert ab. Es eignet sich gut zum Dehnen und wird meistens paarweise gestochen. Es ist ein gutes Anfängerpiercing.

Abheilung: 4 - 8 Wochen

Zungen-Piercing

Das Zungenpiercing wird in der Regel in der Mitte der Zunge vertikal gestochen. Als Erstschmuck für das frische Zungenpiercing wird ein extralanger Barbell gesetzt der sich im ersten Moment zwar viel zu lang anfühlt, aber notwendig ist da die Zunge meistens durch die entstandene Verletzung anfängt anzuschwellen (in der Regel bis zu 150% ihres Umfangs). Der verwendete Schmuck muss also die einige Tage andauernde Schwellung des Zungenmuskels ausgleichen. Nach vollständiger Abheilung wird der lange Barbell gegen einen kürzeren getauscht. Das Zungenbändchen auf der Unterseite der Zunge darf nicht durchstochen werden und die untere Kugel des Stabes darf nicht auf das Zungenbändchen drücken. Nach Abschwellung der Zunge muß ein kürzerer Stab eingesetzt werden, mit diesem fällt dann die Handhabung des Piercings um einiges leichter und die Gefahr des unbeabsichtigten Daraufbeissen wird auch vermindert. Sollte die Zunge lang genug sein, kann man auch mehrere Zungenpiercings tragen.

Abheilung: 3-4 Wochen

 

			(Texte wurden zu Teilen entnommen von: www.wildcat.de)